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45 Winter habe ich hinter mir. Im Februar geboren, soll es gemäss meinen Eltern nach warmen Tagen kurz darauf geschneit haben, was das Zeug hielt. Deshalb ist Schneefall auch mein absolutes Lieblingswetter. Ich höre den Schnee in der Nacht fallen – das ist kein Witz. Wobei – es ist eher das Gegenteil der Fall: Der Schnee verschluckt die Geräusche, packt die Welt in stilles Weiss und wenn ich in der Nacht offenbar im Schlaf wahrnehme, dass sich die allgemeinen Geräusche verändert haben, dann erwache ich. Und dann klebe ich an den Fenstern oder öffne eines nach dem anderen (Meine Frau weiss da ein Lied zu singen…) oder ich gehe Schnee schaufeln – nur weil es einfach so schön ist. Etwas deftiger ausgedrückt: Mir gefällt es, wenn es schneit wie die Sau
Im Sommer sind es die Gewitter. Ich weiss gar nicht, wie ich die Jugendjahre überlebt habe ohne Radar, ohne Satellitenbilder ohne Blitzdetektoren. Heute hat man alles im Internet griffbereit, damals sah ich es hinter dem Jura – wohl von Frankreich her – wetterleuchten. Abende lang schaute ich raus und wunderte mich dann immer, warum die nicht den Jura überquerten.
Eines der krassesten Gewitter erlebte ich in Recherswil im Solothurner Wasseramt. Die Story dazu vielleicht einmal als Blogbeitrag, wer weiss.
Zu mir selber gibts nicht viel zu sagen, ausser: Ach zwei Herzen schlagen da in meiner Brust. Einerseits bin ich als Fisch ein Träumer und andererseits bin ich als Ingenieur ein Perfektionist. Der Träumer liegt in der Wiese und schaut den Wolken zu, während der Perfektionist schon wieder das nächste Projekt im Kopf hat und arbeiten will.
Es gibt einige Sprichwörter und Reime, die mein Leben begleiten:
- Ich weiss, dass ich nichts weiss.
- Nichts ist so, wie es scheint. Und alles erscheint so, wie es nicht ist. (Kafka)
- Never touch a runnig system.
- Wer misst misst Mist
- Elektronik ist mit Schlägen zu behandeln…
(Reine Erfahrungssache als IT-Mensch)
Ich wettere aus dem Appenzellerland, auf 1000 müM. Sorry: 998 müM, nur der Windmesser ist auf 1008 müM. Ja, hier gibt es wirklich eine Wetterstation. Wobei “eine” ist etwas untertrieben. Als Betreiber von SwissWetter.ch und meteomarkt.ch sind da noch ein “paar Statiönchen” mehr, die Kunden wollen ja auch was gucken. Aber wirklich scharf aufzeichnen tut nur eine.
Ja, die Wetterstation hier ist nicht grad mitten im Dorf. Passen würde eher: “Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen”. Die Ruhe hier ist allerdings phänomenal und die frische Luft gepaart mit dem Duft von frischem Heu oder dem Duft junger Tannentriebe ist sagenhaft und einmalig. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich diese Vorzüge einem Büro in einem stickigen Businesscenter oder noch schlimmer: Einem Technopark vorziehe.
Was natürlich nicht heissen will, dass hier oben nicht gearbeitet wird. Manchmal sinds gut und gerne 12 Stunden pro Tag. Naja, vielleicht auch ein bisschen mehr
Hier werden die Geschicke von diversen Internetauftritten gesteuert, es werden Wetterstationen gebaut und WebCams für Kunden eingerichtet. Wetterberichte werden geschrieben oder auch ganz trivial einfach nur Pakete geschnürt oder irgend welche Windmessmaste mechanisch bearbeitet.
Naja, so ganz nebenbei (mir ist sooo langeweilig) habe ich nun noch diesen kleinen Blog ins Leben gerufen. Immer mal wieder möchte ich was zum Wetter reinbrösmelen, vielleicht auch rückwirkend. Oder ein paar Worte zum Klima (ja, da kann ich jetzt schon sagen: Obacht, da wird die Post abgehen). Oder vielleicht wettere ich auch mal über was ganz anderes, je nach Lust und Laune.