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5 Dez |
Wann ist ein Fallwind ein Fallwind? wetter-grundsatzfragen
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Im Internet geistert aktuell eine neue “Föhnomanie” rum. Frank Abel ist auf eine scheinbar neue Föhntheorie gestossen und hat diese lauthals in seinem Blog verkündet. Schon beim Durchlesen seines Berichts musste ich mich mit Valium beruhigen (die die mich kennen, wissen, dass das nur eine Redensart von mir ist, aber dennoch…).
Die Hauptinformationen finden sich auf Felix’s Seiten. Wer Freude und Zeit hat, kann sich diese gern zu Gemüte führen. Auf jeden Fall gerieten Frank und meine Wenigkeit uns recht arg in die Haare, denn es ging um die Definition des Föhn als Fallwindes.
Lieber Leser: Jeder der schon mal an einem Föhnhang gestanden hat weiss, dass der Föhn (wie kein anderer Wind) ins Tal rauscht. Es ist ihm völlig egal, ob er nun warmen oder kalten Ursprungs ist, er rausch ins Tal und dies mit einem leichten Säuseln oder bis hin zu Orkanstärke. Dies tut er nicht in “Wellen” oder “Böen-Stössen”, sondern er kann das stundenlang, ja tagelang und konstant tun, wenn ihm danach ist.
So weit so gut, man geriet sich also in die Haare und ich muss hier gestehen, dass ich in solchen Fällen mitunter meinen etwas bissigen Sarkasmus in die Texte einflechte. Denn die Besserwisserei, welche Frank an den Tag legen wollte, geriet bei mir an den Falschen und ich schoss meine kleinen Pfeilchen wohl so gezielt, dass Frank sich fortan in seinem Studio einschliesst und den Kontakt zur Aussenwelt nur noch via Mikrophon pflegt
Auf Jeden Fall hat er den Mailkontakt abgebrochen, was ich an und für sich schade finde, denn das ist doch quasi eine Kapitulation.
Der Stein des Anstosses war nämlich der, dass Frank dem Föhn die Eigenschaft des Fallwindes aberkennen wollte, nur weil dieser in einigen im Internet auffindbaren Quellen nicht als Fallwind afgeführt war. Zudem waren in eben diesen Quellen Fallwinde nur über Luftmassen “kalter” Herkunft definiert, welche irgendwo über ein Hochplateau rauschen und an dessen Ende dann in die Tiefe stürzen.
So weit so gut.
Die Diskussion setzte sich dann im Schweizer Sturmforum weiter, wo ich wegen meines mit Nachdruck vertretenen Standpunkts abermals als “borniert” deklariert wurde. Darauf setzte ich eine interessante Frage rein, die ich von Felix beantworten lassen wollte. Aber ehe er das wohl überhaupt lesen konnte, waren die Threads zerpflückt und treils gelöscht… Deshalb hole ich das hier nun nach. Hier also das sinngemässe Posting an Felix:
Man stelle sich eine Wettermesstation vor, die irgendwo im Flachland steht. Sie hat einen Windmesser und zeichnet den Wind auf. Sie misst brav alle Winde aus allen Richtungen, vom der leichten Brise bis zum Orkan. Nun ist Wind bekanntlich definiert als ausgleichende Bewegung von Luftmassen, welche sich zwischen verschiedenen Druckzentren bewegen. Auch das ist unbestritten.
Nun zur Fallstudie:
An einem beliebigen Tag braut sich nun in der Nähe der Weterstation ein starkes Gewitter zusammen, das sehr intensiven Regen mit sich führt. Der Gewitterkomplex verschiebt sich mit 15kmh von A nach B. Im Inneren des Kolosses entstehen Zonen heftigster Niederschlägsintensität, welche die Luft quasi mit einer Sogwirkung nach unten mitreissen. Am Boden angelangt, können die “mitgerissenen”Luftmassen nichts mehr anderes tun, als sich horizontal auszubreiten.
Das Gewitter nimmt nun Kurs auf die Wetterstation und kurz bevor das Gewitter die Wetterstation vollständig erfasst, misst diese Wetterstation einen “Wind” von vielleicht 70, 80 oder gar 90 kmh. Also den “WInd”, der sich in Folge der Starkniederschläge und dem Ausweichen der mitgesogenen Luftamssen horizontal ausbreitet – auch in Zugrichtung des Gewitters.
Ist der gemessene Wind nun Wind oder ist das kein Wind – nur weil dieser Wind nicht den Grunddefinitionen entspricht?
Genau diese Definitionsfrage stellt sich auch beim Föhn: Ist ein Föhn kein Fallwind, nur weil er nicht exakt in die Definitionen passt? Und dies – jetzt kommts – obwohl er erwiesenermassen und auch messbar fällt ?